Wie wird gerechnet?
Der Rechner prüft zwei getrennte Fragen: Darf das Fahrzeug den Anhänger technisch ziehen, und darf die Person am Steuer das Gespann fahren? Beide Antworten müssen „ja“ lauten.
- Technische Prüfung: zulässige Gesamtmasse des Anhängers ≤ zulässige Anhängelast des Zugfahrzeugs. Bei gebremsten Anhängern gilt Feld O.1, bei ungebremsten Feld O.2 der Zulassungsbescheinigung Teil I. Ungebremste Anhänger sind nach § 42 Abs. 2 StVZO ohnehin nur bis 750 kg erlaubt, genauer: höchstens die Hälfte des um 75 kg erhöhten Leergewichts des Zugfahrzeugs, aber nie mehr als 750 kg; Feld O.2 nennt diesen Wert je Fahrzeug. Die Reserve ist die Differenz aus Anhängelast und Anhängermasse.
- Zuggesamtmasse: zulässige Gesamtmasse Zugfahrzeug + zulässige Gesamtmasse Anhänger. Mit dieser Summe entscheidet die Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), welche Klasse nötig ist.
- Klasse B (§ 6 FeV): Anhänger bis 750 kg immer; schwerer nur, wenn die Kombination 3.500 kg nicht überschreitet.
- B96 (Anlage 9 FeV, Schlüsselzahl 96): Kombination über 3.500 bis 4.250 kg, Zugfahrzeug bleibt ein Klasse-B-Fahrzeug bis 3.500 kg.
- BE (§ 6 FeV): Zugfahrzeug der Klasse B mit Anhänger bis 3.500 kg zulässiger Gesamtmasse, also Züge bis 7.000 kg.
- Klasse 3 (vor 1999 erteilt, Anlage 3 FeV): schließt B, BE, C1 und C1E ein, also Zugfahrzeuge bis 7.500 kg und Züge bis 12.000 kg. Über 12.000 kg gilt die Drei-Achs-Regel der Schlüsselzahl CE 79: Der Zug darf dann höchstens drei Achsen haben, wobei Doppelachsen mit weniger als einem Meter Abstand als eine zählen.
Die frühere Regel, dass der Anhänger nicht schwerer sein durfte als das leere Zugfahrzeug, ist seit 2013 aus der FeV gestrichen. Sie taucht in älteren Ratgebern noch auf und verwirrt bis heute.
Rechenbeispiel
Ein Kombi mit 2.200 kg zulässiger Gesamtmasse darf gebremst 1.500 kg ziehen. Der Wohnwagen hat 1.400 kg zulässige Gesamtmasse. Technisch passt es, die Reserve beträgt 100 kg. Die Zuggesamtmasse liegt bei 2.200 + 1.400 = 3.600 kg. Klasse B reicht nicht, weil der Anhänger über 750 kg und der Zug über 3.500 kg liegt. Nötig ist B96, eine Tagesschulung ohne Prüfung; BE oder Klasse 3 decken das Gespann ebenfalls ab.
Wer nur Klasse B hat, könnte den Wohnwagen auf 1.300 kg ablasten lassen: Der Zug käme dann auf 3.500 kg. Das bringt allerdings 100 kg weniger Zuladung im Wohnwagen, was bei Vorzelt, Fahrrädern und vollem Wassertank schnell knapp wird.
Typische Gespanne und die nötige Klasse
| Zugfahrzeug (zul. Gesamtmasse) | Anhänger (zul. Gesamtmasse) | Zug | Nötige Klasse |
|---|---|---|---|
| Kleinwagen, 1.600 kg | Kleinanhänger, 750 kg | 2.350 kg | B |
| Kompaktwagen, 1.900 kg | Leichter Wohnwagen, 1.200 kg | 3.100 kg | B |
| Kombi, 2.200 kg | Wohnwagen, 1.400 kg | 3.600 kg | B96 |
| SUV, 2.500 kg | Wohnwagen, 1.800 kg | 4.300 kg | BE |
| Geländewagen, 3.000 kg | Tandemachser, 2.500 kg | 5.500 kg | BE |
| Pickup, 3.500 kg | Pferdeanhänger, 3.500 kg | 7.000 kg | BE |
| Wohnmobil, 4.250 kg | Anhänger, 1.500 kg | 5.750 kg | C1E oder Klasse 3 |
Häufige Fragen zur Anhängelast
Zählt das Leergewicht oder die zulässige Gesamtmasse des Wohnwagens?
Für die Fahrerlaubnis immer die zulässige Gesamtmasse aus den Papieren, unabhängig von der Beladung. Für die Anhängelast nach § 42 StVZO zählt die tatsächliche Masse des Anhängers. Wer knapp über der Anhängelast liegt, hat also zwei Wege: leichter beladen oder den Wohnwagen ablasten, was die Fahrerlaubnisfrage gleich mitlöst.
Wie viel Zuladung bleibt im Wohnwagen?
Zulässige Gesamtmasse minus Masse in fahrbereitem Zustand. Bei vielen Wohnwagen sind das nur 150 bis 300 kg, und Vorzelt, Gasflaschen, Fahrräder und Wasser füllen das schnell. Vor dem Kauf lohnt der Blick auf das Verhältnis, so wie der Ratgeber zur richtigen Fahrzeuggröße es für Wohnmobile beschreibt.
Darf ich die Anhängelast überschreiten, wenn der Anhänger leer ist?
Bei der Anhängelast zählt die tatsächliche Masse, ein leerer Wohnwagen darf also hinter einem Fahrzeug mit knapper Anhängelast fahren, solange er tatsächlich leichter ist als die Anhängelast. Für den Führerschein hilft das nicht, dort gilt die zulässige Gesamtmasse.
Was ist der Unterschied zwischen B96 und BE?
B96 ist eine Schulung von mindestens sieben Stunden ohne Prüfung und erlaubt Züge bis 4.250 kg. BE ist eine eigene Klasse mit praktischer Prüfung, ohne Theorie, und erlaubt Anhänger bis 3.500 kg hinter einem Klasse-B-Fahrzeug. Wer einen mittleren oder großen Wohnwagen plant, ist mit BE flexibler.
Was bedeutet die Drei-Achs-Regel beim alten Führerschein Klasse 3?
Klasse 3 wurde auf C1E umgeschrieben, dazu kommt die Schlüsselzahl CE 79. Damit sind Züge über 12.000 kg erlaubt, aber nur mit höchstens drei Achsen, etwa Lkw bis 7,5 t mit einachsigem Anhänger. Für Pkw-Gespanne spielt die Regel keine Rolle, weil sie unter 12.000 kg bleiben.
Hinweise und Grenzen der Berechnung
Der Rechner prüft die Kombination anhand der zulässigen Massen. Nicht geprüft werden die zulässigen Achslasten, die Stützlast und die Gesamtmasse des Zuges, die manche Hersteller zusätzlich begrenzen. Die Stützlast berechnen Sie auf der eigenen Rechnerseite. Auch Steigungen ändern nichts an den Papieren, aber bei Anhängelasten, die nur „bei 8 % Steigung“ gelten, steht der Wert für 12 % im Datenblatt niedriger. Und wer mit dem Gespann Tempo 100 fahren will, prüft die Voraussetzungen im 100-km/h-Rechner. Verbindlich ist immer die Auskunft der Zulassungsbehörde.
Quellen
- § 6 Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV), Einteilung der Fahrerlaubnisklassen, Stand 2026.
- Anlage 9 FeV, Schlüsselzahl 96 (Kombinationen über 3.500 bis 4.250 kg).
- Anlage 3 FeV, Umstellung der Fahrerlaubnisse alten Rechts (Klasse 3, Schlüsselzahl CE 79).
- § 42 StVZO, Anhängelast hinter Kraftfahrzeugen (Abs. 2: ungebremst höchstens 750 kg).
- Zulassungsbescheinigung Teil I, Felder F.1, O.1 und O.2.
- ADAC, Informationen zu Führerscheinklassen für Gespanne (als Verweis).