Manche Orte erschließen sich am besten zu Fuß. Cannobio ist so ein Ort. Das ehemalige Fischer- und Marktdorf liegt am nördlichen Westufer des Lago Maggiore, im italienischen Piemont, nur wenige Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt. Rund 5.000 Menschen leben hier, im Sommer kommen viele Gäste dazu – und doch hat sich Cannobio seinen ursprünglichen Charakter bewahrt. Begleiten Sie uns auf einem Rundgang, der direkt an der Haustür von Lakeview Cannobio Camping & Resort beginnt.

Start im Lakeview: durch den Wald in den Ort

Unser Spaziergang startet im Lakeview, dem kleinen Platz für Camping in Cannobio, der kurz vor dem Ortseingang in einem Naturschutzgebiet liegt. Ein schmaler Waldweg führt bergab, und nach wenigen Minuten taucht zwischen den Bäumen der Ort auf. Schon hier merken Sie, warum Cannobio so beliebt ist: Der Ort öffnet sich vollständig zum See, die Berge rahmen alles ein, und vom Wasser weht meist eine leichte Brise.

Erster Halt: der Lungolago

Die Uferpromenade, der Lungolago, gilt als eine der schönsten am ganzen See. Die Häuser in Ocker, Rosa und Gelb sind weitgehend im ursprünglichen Zustand erhalten, moderne Betonbauten sucht man an der Promenade vergeblich. Unter Sonnenschirmen sitzen Gäste beim Cappuccino oder Aperitivo, Straßenmusiker spielen an lauen Sommerabenden, und auf der anderen Seeseite leuchten die Dörfer des Ostufers. Wer hier sitzt, versteht sofort, was Italiener mit „dolce far niente“ meinen.

Palmen vor dem Lago Maggiore bei Cannobio

Santuario della Pietà: Barock am Wasser

Direkt an der Promenade steht das bedeutendste Bauwerk des Ortes, das Santuario della Pietà. Der Überlieferung nach sollen aus einem Gemälde des toten Christus Blut und Tränen geflossen sein – das sogenannte Wunder der Santa Costa. Das Bild ist bis heute am Hochaltar zu sehen, und jedes Jahr im Januar wird das Ereignis mit einer Prozession gefeiert. Innen beeindrucken Fresken, Stuck und farbiger Marmor. Am Abend des 7. Januar, beim Lichterfest, tauchen unzählige rote Lichter Altstadt und Ufer in ein magisches Licht.

Durch die Gassen zum Palazzo della Ragione

Hinter der Promenade öffnet sich ein Labyrinth aus schmalen Pflastergassen, steilen Treppen und kleinen Plätzen. Hier lohnt es sich, ziellos zu bummeln, in Feinkostläden zu stöbern und in kleinen Bars einen Espresso zu trinken. Mitten im historischen Kern erhebt sich der Palazzo della Ragione, von Einheimischen „Parasi“ genannt. Das Gebäude von 1291 war einst Sitz von Verwaltung und Gericht. Römische Sarkophage und mittelalterliche Wappen erzählen von der langen Geschichte, im Erdgeschoss informiert das Tourismusbüro über aktuelle Veranstaltungen.

Sonntags: Markttag an der ganzen Promenade

Wenn Ihr Spaziergang auf einen Sonntag fällt, erleben Sie Cannobio von seiner lebhaftesten Seite. Ab etwa 8 Uhr verwandelt sich die gesamte Seepromenade in einen großen Markt. Am Wasser gibt es Kleidung, Taschen und Lederwaren, beim Lido bieten Händler Käse, Salami, Pasta, Obst und süße „Dolci“ an. Unser Rat: Kommen Sie früh, spätestens gegen 9 Uhr, denn Parkplätze sind knapp. Gäste von Lakeview haben es leicht, denn sie gehen einfach zu Fuß.

Lido Cannobio und die Tänzerbrücke

Am nördlichen Ende der Promenade liegt der Lido Cannobio, der öffentliche Strand mit Liegewiese und breitem Ufer. Cannobio erhielt 2002 als erster Ort am Lago Maggiore die Blaue Flagge für hervorragende Wasser- und Strandqualität und trägt sie seither regelmäßig. Im Sommer sorgt das Acqualand mit einer riesigen Wasserrutsche für Kinderjubel. Hier mündet der Fluss Cannobino in den See. Folgen Sie ihm flussaufwärts, erreichen Sie nach wenigen hundert Metern die Hängebrücke Ponte Ballerino, die „Tänzerbrücke“, an der Verliebte ihre Schlösser befestigen.

Abstecher: Orrido di Sant’Anna und Valle Cannobina

Wer noch Kraft hat, wandert weiter durch die Flussauen bis zum Ortsteil Traffiume und zum Orrido di Sant’Anna. Hier hat sich der Cannobino eine bis zu 25 Meter tiefe Schlucht in den Fels gegraben. Über ihr thront eine kleine Kirche aus dem Jahr 1638, nebenan lädt ein Grotto zur Einkehr ein. Das Wasser ist selbst im Hochsommer erfrischend kalt. Dahinter beginnt das Valle Cannobina mit Kastanienwäldern, alten Steinbrücken und Bergdörfern wie Falmenta oder Gurro.

Cannobio von oben: Sant’Agata

Den schönsten Blick auf den Ort haben Sie von Sant’Agata. Der kleine Weiler liegt auf 889 Metern und ist vom Ortsteil Nizzolino, ganz in der Nähe des Lakeview, in knapp einer Stunde zu Fuß erreichbar. Von der Terrasse der Bar überblicken Sie das Delta des Cannobino, den Lago Maggiore – im Englischen Lake Maggiore – und an klaren Tagen die Berge bis weit in die Schweiz.

Zurück im Lakeview: Camping und Mobilehome in Cannobio

Nach dem Rundgang geht es zurück ins Feriendorf. Ob Sie klassisches Camping am Lago Maggiore lieben, ein Mobilheim bevorzugen oder lieber in einer Ferienwohnung wohnen: Vier Arten von Unterkünften warten hier, alle mit Seeblick:

  • Stellplätze für Zelt, Wohnwagen und Wohnmobil auf terrassierten Ebenen in erster Reihe, mit natürlichem Schatten, Strom (3A) nach Bedarf und modernen Sanitäranlagen. Wohnmobile bis 7 Meter, Wohnwagen bis 6 Meter inklusive Deichsel.
  • Standard-Lago Maggiore Mobilehome für bis zu fünf Personen (maximal drei Erwachsene) mit zwei Schlafzimmern, Küchenzeile, Duschbad und überdachter Holzveranda. Hunde sind erlaubt.
  • Premium-Mobilheime in Cannobio mit zwei vollwertigen Schlafzimmern, größeren Betten, größerem Bad und XXL-Terrasse mit frontalem Seeblick – tierfrei und allergikerfreundlich.
  • Ferienwohnungen, 2023 komplett renoviert: 16 Wohnungen zwischen Studio für zwei und Familienwohnung für sechs Personen, alle mit eigener Küchenecke, Duschbad und Außensitzplatz.

Egal ob Zelt, Mobilehome am Lago Maggiore oder Apartment: Zum Privatstrand mit großer Liegewiese sind es nur wenige Gehminuten. Dort warten SUPs, Kajaks, ein Tretboot und ein führerscheinfreies Motorboot, im Restaurant mit Bar der Aperitivo am Abend.

Weiter hinaus an den Lago Maggiore

Boot und Paddler vor dem Ufer bei Cannobio

Camping in Cannobio ist ideal, um den ganzen See zu entdecken. Mit dem Boot sind es nur Minuten zu den Castelli di Cannero, den Burginseln, die seit 2025 als Museum zugänglich sind. In 20 bis 30 Minuten erreichen Sie Ascona und Locarno, von dort die Brissago-Inseln mit ihrem botanischen Garten. Weiter südlich locken die Borromäischen Inseln und die Gärten der Villa Taranto in Verbania. Bergbahnen, Wasserparks und Wanderwege in den Tessiner Tälern ergänzen das Angebot.

Wann ist Cannobio am schönsten?

Lakeview öffnet von Mitte März bis Anfang November – vom Stellplatz bis zum Mobilehome in Cannobio. Zum Baden eignen sich Juni bis September, wenn der See 20 bis 25 Grad erreicht. Wanderer und Fotografen kommen am liebsten im Frühling und im Oktober, wenn sich die Wälder färben. Familien schätzen die Sommerferien, Paare und Ruhesuchende die ruhigeren Wochen im Mai, Juni und September. Und den Sonntagsmarkt gibt es in jeder dieser Wochen – Cannobio hat immer etwas zu zeigen.